**„Ich wurde zu lange missverstanden … aber die Wahrheit über Messi und mich muss endlich ans Licht!“**
Marc Cucurella hat sich erstmals ausführlich zu dem Streit mit Lionel Messi im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Spanien und Argentinien geäußert. Der spanische Verteidiger, der mit der Selección den Titel holte, schilderte in einem emotionalen Interview die Hintergründe der Szene, die weltweit für Aufsehen sorgte und viele Spekulationen auslöste.
Cucurella erklärte, dass sein ältester Sohn Mateo, der unter einer Sprachentwicklungsverzögerung leidet und im Autismus-Spektrum angesiedelt ist, ein großer Bewunderer von Lionel Messi sei. Der Junge verfolge die Spiele des argentinischen Superstars mit besonderer Begeisterung. Für den Vater war es deshalb ein Herzenswunsch, nach dem Finalpfiff das Trikot des achtfachen Ballon-d’Or-Gewinners als besonderes Geschenk für seinen Sohn zu erbitten. „Ich wollte einfach nur zu ihm gehen, ihm die Hand reichen und höflich fragen, ob er mir das Trikot für meinen Jungen überlassen könnte“, so Cucurella. „Es sollte ein Moment der Anerkennung und der Freude für Mateo werden, der Messi so sehr verehrt.“
Doch die Situation entwickelte sich völlig anders. Als Cucurella die Hand hob, um etwas zu sagen, und dabei möglicherweise unbewusst eine Geste machte, die Messi missverstand, reagierte der Argentinier heftig. Nach Cucurellas Darstellung habe Messi die Annäherung als Provokation oder als Versuch gewertet, ihn unter Druck zu setzen. Der Spanier berichtet, Messi habe mit einer verletzenden Bemerkung reagiert und den Vorfall sofort dem Schiedsrichter gemeldet. Die Szene eskalierte inmitten der ohnehin angespannten Atmosphäre nach dem Platzverweis von Enzo Fernández. Messi forderte unter Berufung auf die verschärften FIFA-Regeln zum Umgang mit abgedecktem Mund während Konfrontationen eine Bestrafung – eine Regel, die nach früheren Vorfällen eingeführt worden war, um mögliche Beleidigungen zu unterbinden.
Cucurella betonte, dass er keinerlei böse Absicht gehabt habe. „Ich habe lediglich versucht, zivilisiert zu sprechen. Die Handbewegung war keine Verhüllung, um etwas zu verbergen, sondern eine natürliche Geste in dem lauten und hektischen Moment.“ Der Schiedsrichter entschied letztlich, keine Karte zu zeigen, und Cucurella durfte weiterspielen. Spanien gewann das Finale in der Verlängerung mit 1:0 durch ein Tor von Ferran Torres und krönte sich zum Weltmeister.
Die gesamte Situation habe ihn jedoch tief getroffen, gestand der 28-Jährige. Besonders schmerzhaft sei die öffentliche Wahrnehmung gewesen: Viele Beobachter interpretierten die Szene als taktischen Versuch des Spaniers, Messi aus dem Konzept zu bringen, oder als unnötige Eskalation. „Ich wurde zu lange missverstanden“, sagte Cucurella. „Die Wahrheit ist viel einfacher und menschlicher. Es ging um meinen Sohn, um ein kleines Geschenk, das ihm Freude bereitet hätte.“ Er verriet zudem, was Messi unmittelbar danach zu ihm gesagt haben soll. Laut Cucurella seien Worte gefallen, die ihn persönlich verletzt hätten – Worte, die er im Interview andeutete, aber aus Respekt vor dem Kontrahenten nicht im Detail wiederholte. Die Bemerkung habe ihn umso mehr getroffen, weil sie in einem Moment fiel, in dem er lediglich den Wunsch eines Kindes erfüllen wollte.
Cucurella nutzte die Gelegenheit, um auch über die Herausforderungen zu sprechen, die das Leben mit Mateo mit sich bringt. Der Junge brauche besondere Unterstützung, und die Familie habe lernen müssen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Kleine Fortschritte bereiteten immense Freude, Rückschläge trafen umso härter. „Als Vater willst du deinem Kind Glücksmomente schenken. Das Trikot von Messi wäre so ein Moment gewesen.“ Die Tatsache, dass aus dieser harmlosen Absicht ein international diskutierter Eklat wurde, habe ihn emotional belastet.
In den Tagen nach dem Finale zeigten sich Cucurella und seine Familie öffentlich emotional bewegt. Videos vom Wiedersehen mit Partnerin Claudia und den Kindern Mateo, Río und Bella gingen viral. Der Verteidiger, der inzwischen bei Real Madrid spielt, betonte, dass der WM-Titel für die ganze Familie ein gemeinsamer Triumph sei. Gleichzeitig wünsche er sich, dass die Wahrheit über die Szene mit Messi bekannt werde, damit die öffentliche Debatte nicht länger von Missverständnissen geprägt sei.
Die Aussagen Cucurellas werfen ein neues Licht auf einen der emotionalsten Momente des Turniers. Während Messi das Finale als bittere Niederlage in seiner vermutlich letzten WM erlebte und Kritik für seinen Protest einstecken musste, erscheint Cucurellas Version als Versuch, die menschliche Seite hinter dem Streit offenzulegen. Ob Messi selbst zu den Vorwürfen Stellung nimmt, bleibt abzuwarten. Für Cucurella ist klar: Die Wahrheit über den Moment, in dem es um ein Trikot für einen bewundernden Sohn ging, musste endlich ans Licht.
