Cody Gakpo und die Zukunft beim FC Liverpool
Ich versuche weiterhin, die Dinge positiv zu sehen und Gründe dafür zu finden, warum Cody Gakpo beim FC Liverpool bleiben könnte – insbesondere nach seinem starken Auftritt und seinem Treffer zum Saisonauftakt. Doch inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die Zukunft des niederländischen Nationalspielers an der Anfield Road alles andere als sicher ist.
Neu ist vor allem das Interesse von Manchester City, das neben Tottenham Hotspur in den Poker um Gakpo eingestiegen sein soll. Dass beide Vereine Kontakt zu seinem Umfeld aufgenommen haben, könnte darauf hindeuten, dass Liverpool grundsätzlich bereit ist, über einen Verkauf nachzudenken. Im modernen Transfergeschäft ist ein solcher Schritt häufig ein Signal: Der Verein öffnet die Tür, wartet aber auf den richtigen Zeitpunkt und das passende Angebot.
Vieles könnte dabei von Bradley Barcola abhängen. Sollte der Wechsel des französischen Flügelspielers tatsächlich zustande kommen, dürfte Liverpool einen Spieler für mehr als 100 Millionen Pfund verpflichten. Bei einer solchen Investition wäre Barcola wohl kein gewöhnlicher Rotationsspieler, sondern ein wichtiger Bestandteil der Stammelf.
Damit würde die Situation auf den Flügeln kompliziert. Auf der rechten Seite stehen unter anderem Yankuba Minteh und Conor Bradley beziehungsweise andere Optionen bereit, während gleichzeitig junge Talente wie Rio Ngumoha behutsam aufgebaut werden sollen. Für Gakpo könnte dadurch immer weniger Platz bleiben.
Natürlich kann Gakpo auch unter Arne Slot als Mittelstürmer eingesetzt werden. Doch mit Alexander Isak wäre dort bereits ein echter Topstürmer vorhanden. Dazu kommt Hugo Ekitiké, dessen Rückkehr den Konkurrenzkampf noch verschärfen würde. Zwei internationale Topspieler regelmäßig miteinander rotieren zu lassen, könnte schwierig werden, wenn beide bei ihren Nationalmannschaften und im Verein eine zentrale Rolle beanspruchen.
Aus sportlicher Sicht wäre ein Verkauf deshalb nachvollziehbar. Gakpo ist ein vielseitiger Spieler, aber Liverpool muss gleichzeitig auf Kaderbalance, Einsatzzeiten und den langfristigen Wert der einzelnen Akteure achten. Sein Vertrag läuft noch bis 2030, wodurch Liverpool eine sehr starke Verhandlungsposition besitzt. Sollte Manchester City tatsächlich gemeinsam mit Tottenham um ihn kämpfen, könnte daraus sogar ein Bieterduell entstehen. Eine Ablöse von bis zu 80 Millionen Pfund inklusive möglicher Bonuszahlungen erscheint dann zumindest als denkbares Szenario.
Persönlich wäre es allerdings schade, Gakpo ausgerechnet zu einem Rivalen ziehen zu sehen. Er ist genau der Typ Spieler, der besonders motiviert wirkt, wenn er unterschätzt oder kritisiert wird. Gerade gegen seinen ehemaligen Klub könnte er beweisen wollen, dass Liverpool ihn zu früh aufgegeben hat.
Vielleicht erleben wir deshalb eines Tages tatsächlich diese Szene: Gakpo trifft gegen Liverpool, hebt sofort entschuldigend die Hände und feiert nicht. Noch ist das alles Spekulation. Doch eines scheint klar: Die kommenden Tage könnten für Cody Gakpo und Liverpool richtungsweisend werden.
