Schiedsrichter Daniel Schlager im Fokus: Rote Karte gegen Bensebaini sorgt für Wirbel
Der Franz-Beckenbauer-Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München ist auch nach dem Abpfiff noch längst nicht vergessen. Bayern setzte sich im Signal Iduna Park mit 2:1 durch und sicherte sich damit den ersten Titel der neuen Saison. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte in der Schlussphase die Rote Karte gegen Dortmunds Ramy Bensebaini.
In der 90. Minute ging Bensebaini im Mittelfeld gegen Bayern-Neuzugang Ismael Saibari zu Boden. Schiedsrichter Daniel Schlager stand unmittelbar daneben und zeigte dem Dortmunder Verteidiger ohne lange Diskussion die direkte Rote Karte. Die Entscheidung löste bei vielen BVB-Fans heftige Reaktionen aus. Auch Dortmunds Sportdirektor Ole Book bezeichnete den Platzverweis anschließend als sehr hart.
Allerdings gibt es auch eine andere Sichtweise. Der ehemalige Schiedsrichter Patrick Ittrich erklärte, dass die Rote Karte nachvollziehbar sei. Entscheidend sei dabei der Kontakt mit offener Sohle im Bereich von Knöchel beziehungsweise Achillessehne gewesen. Schlager habe die Szene aus kurzer Distanz gesehen und sofort reagiert.
Besonders brisant ist deshalb eine im Internet kursierende Behauptung, Schlager habe das Spiel absichtlich zugunsten des FC Bayern beeinflusst oder dies nach der Partie sogar eingeräumt. Für eine solche Aussage gibt es derzeit jedoch keinen belastbaren Beleg. Die angebliche Aussage, er habe das Spiel „wirklich für den FC Bayern München manipuliert“, sollte daher nicht als Tatsache dargestellt werden.
Sportlich war die Rote Karte ohnehin nicht mehr ausschlaggebend für das Endergebnis. Bayern führte zu diesem Zeitpunkt bereits 2:1. Nathaniel Brown und Michael Olise hatten die Münchner in der ersten Halbzeit mit 2:0 in Führung gebracht, bevor Fabio Silva Dortmund in der 75. Minute noch einmal heranbrachte.
Für Bensebaini könnte der Platzverweis dennoch Folgen haben. Da die Rote Karte im Supercup ausgesprochen wurde, betrifft eine mögliche Sperre nicht automatisch die Bundesliga. Das DFB-Sportgericht muss über die Konsequenzen entscheiden; im Raum steht insbesondere eine Sperre für den DFB-Pokal.
Die Diskussion um Schlager dürfte damit weitergehen. Während einige Dortmunder die Entscheidung als überzogen empfinden, halten andere Experten sie für regelkonform. Klar ist: Von einer bewiesenen Spielmanipulation kann derzeit keine Rede sein. Die Szene bleibt trotzdem einer der größten Aufreger eines Supercups, den Bayern am Ende mit 2:1 für sich entschied.
