Wie vergleichen sich Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund und Jonathan Tah vom FC Bayern München?
Die Klassiker-Rivalen Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah (v.l.) entwickeln sich schnell zum deutschen Innenverteidiger-Duo der ersten Wahl.
24.02.2026
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Angesichts des bevorstehenden Der Klassiker treffen Bayern München und Borussia Dortmund erneut aufeinander in einem Duell, das enorme Auswirkungen auf den Titelkampf der Saison 2025/26 hat. Im Vordergrund wird ein Showdown zwischen zwei der besten Innenverteidiger Deutschlands stehen: Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah. Aber wie vergleichen sich ihre Profile? Die Bundesliga hat die Antworten…
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Als Teamkollegen auf internationaler Ebene und Rivalen auf nationaler Ebene repräsentieren Schlotterbeck und Tah zwei der besten Innenverteidiger der Bundesliga und verkörpern doch gegensätzliche Interpretationen des modernen Innenverteidigers.
Die Spitze des Eisbergs, was ihre Unterschiede betrifft, beginnt mit ihrem bevorzugten Fuß – Schlotterbeck bevorzugt seinen linken und Tah seinen rechten – obwohl es wenig überraschend viel tiefer geht.
Was die Grundlagen der Verteidigung angeht – das Gewinnen von Zweikämpfen – liegt Tah derzeit knapp vor seinem deutschen Landsmann. In dieser Saison hat Bayerns Nummer 4 60 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen. Der ehemalige Spieler von Bayer Leverkusen ist besonders dominant in der Luft und gewinnt beeindruckende 70 Prozent seiner Zweikämpfe.
Jonathan Tah ist eine imposante Erscheinung und besonders stark in der Luft. – IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Schlotterbeck hingegen ist in dieser Hinsicht etwas weniger erfolgreich und gewinnt in dieser Saison 59 Prozent seiner Einzelduelle, was zwar sehr respektabel ist, aber unter den Werten der Vorjahre liegt, als er Zahlen von 66 und 67 Prozent erzielte. Abgesehen davon wird der Dortmunder Mann durchschnittlich in mehr Zweikämpfe pro Spiel verwickelt als sein Bayern-Kollege (17 zu 13 von Tah).
Dennoch, wie bei den meisten großen Verteidigern, hat Schlotterbeck noch viel mehr auf dem Kasten als nur eine Vorliebe für Tacklings. Mit dem Ball am Fuß glänzt der ehemalige Freiburger wirklich.
Dortmunds Nummer 4 ist ständig am Spielaufbau seiner Mannschaft beteiligt, trägt den Ball häufig aus der Abwehr, um Angriffe einzuleiten, und spielt lange Pässe aus der Tiefe. Tatsächlich versucht kein Feldspieler in der Bundesliga pro 90 Minuten mehr lange Bälle aus dem Spiel heraus als Schlotterbeck (neun).
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Über die Spieler
Tahs Ansatz ist jedoch maßvoller. Seine Passquote von 96 Prozent – die beste in der gesamten Liga – spricht für Sicherheit und Effizienz, auch wenn die Pässe größtenteils über kürzere Distanzen geworfen wurden. Wo Schlotterbeck auf Durchschlagskraft setzt und Risiken eingeht, scheint Tah vor allem Wert auf Ruhe und Stabilität zu legen.
Es gibt auch eine offensive Dimension in den Spielen beider Spieler, wenn auch unterschiedlich ausgedrückt. Schlotterbeck hat ein gutes Auge für das Tor und gehört vor dem Tor zu den stärksten Innenverteidigern der Liga.
Vierzehn Bundesliga-Karrieretore bis heute unterstreichen diese Bedrohung, wobei drei davon allein in dieser Saison erzielt wurden. Man könnte sagen, dass Schlotterbeck ein Anhänger des Sprichworts „Wer nicht zahlt, kriegt keine Karte“ ist – diese drei Treffer kamen bei insgesamt 26 Torschüssen zustande.
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Aus eigener Kraft ist Tah ebenfalls in der Lage, sich einzubringen, was er in dieser Saison mit Toren gegen Werder Bremen und RB Leipzig an den Spieltagen 5 bzw. 18 unter Beweis gestellt hat. Man könnte für Tahs überlegene Effizienz vor dem Tor argumentieren, da er bei sieben Schüssen zweimal getroffen hat, aber unabhängig davon liegt sein Hauptaugenmerk nach wie vor auf defensiver Sicherheit und nicht auf offensivem Abenteuer.
Also, der Kontrast ist klar. Schlotterbeck verkörpert die proaktive Verteilung, ist bereit, Risiken einzugehen und das Spiel voranzutreiben, während Tah den kommandierenden Organisator darstellt, der sich durch Stärke in Zweikämpfen und einen makellos konsistenten Umgang mit dem Ball auszeichnet.
Vielleicht hat Schlotterbeck selbst die Dynamik am besten zusammengefasst. In der Pressekonferenz vor dem Spiel Deutschlands vor dem 1:0-Sieg gegen Nordirland im Oktober 2025 beleuchtete der Dortmunder die Beziehung der beiden und sagte: „Ich kenne Jona schon seit ein paar Jahren und spiele immer gerne mit ihm. Wir ergänzen uns gut.
Schlotterbeck (r.) hat gesagt, er glaube, dass Tah (l.) ein “besserer Verteidiger” sei als er. – IMAGO
“Jona ist auf dem Platz sehr kommunikativ und in dieser Hinsicht sehr wichtig für mich. Defensiv ist er seit Jahren ein sehr starker Verteidiger und hat sich extrem gut geschlagen. Für mich ist der spielerische Aspekt vielleicht etwas interessanter als für ihn. Er ist vielleicht aber ein besserer Verteidiger. Deshalb passen wir gut zusammen”, fügte er hinzu.
Der Respekt ist sicherlich gegenseitig, denn Tah sagte über Schlotterbeck während eines anderen Deutschland-Trainingslagers im November: „Er ist ein herausragender Spieler, der immer an sich arbeitet und sich immer verbessern will.“
Fürs Erste muss die Bewunderung jedoch weichen.
